Welche globalen Ziele verfolgen diese rechten Netzwerke
Diese Netzwerke zielen darauf, die bisherige liberale Weltordnung durch einen autoritär‑nationalistischen Kapitalismus zu ersetzen, der von einer kleinen, „ausgewählten“ Elite gesteuert wird.
## Politische Kernziele
– Nationalstaat über supranationale Ordnung stellen: Schwächung bzw. Umbau von EU, UN und multilateralen Abkommen hin zu einem System souveräner, „starker“ Staaten mit minimaler internationaler Bindung.
– Rollback liberaler Demokratie: Unabhängige Gerichte, Medien, Wissenschaft und NGOs werden als „globale liberale Elite“ bekämpft, Checks & Balances sollen zugunsten starker Exekutivmacht zurückgedrängt werden.
– Kulturkampf als Dauerzustand: Ziel ist eine langfristige Verschiebung der kulturellen Hegemonie (Gender, LGBTQ‑Rechte, Feminismus, Antirassismus) hin zu autoritär‑konservativen Normen.
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## Gesellschaftliche und rassistische Agenda
– Migrationsregime verschärfen: Harte Grenzregime, „Festungspolitik“ und in Teilen explizite oder implizite „Remigration“ – also Rückführung oder Vertreibung unerwünschter Gruppen – werden propagiert.
– Hierarchische Gesellschaftsordnung: „Traditionelle Familienwerte“, Unterordnung von Frauenrechten, Ablehnung pluraler Geschlechter- und Lebensentwürfe; Minderheitenrechte sollen eingeschränkt werden.
– Feindbild „globaler Austausch“: Verschwörungsmythen wie „Großer Austausch“ dienen als Klammer, um Muslim*innen, Migrant*innen, Jüdinnen und Juden, Linke und Liberale als einheitlichen Feind zu markieren.
## Ökonomische und technologische Ziele
– Autoritärer Neoliberalismus: Kombination aus marktliberaler Wirtschaftspolitik (Steuersenkungen, Deregulierung) mit autoritärem Staat, der soziale Konflikte repressiv statt sozialstaatlich bearbeitet.
– Technologische Kontrolle ausbauen: Nutzung von Überwachungs‑, Daten‑ und KI‑Infrastrukturen (Palantir‑Umfeld, „intelligente Mauern“ etc.) zur Kontrolle von Migration, Opposition und sozialer Bewegungen.
– Elite‑Herrschaft statt Mehrheitsprinzip: Vordenker im Umfeld von Thiel propagieren explizit eine postdemokratische Ordnung, in der eine technokratisch‑unternehmerische Elite Politik dominiert.
## Transnationale Strategie
– Vernetzung der „reaktionären Internationale“: Bannon’s „The Movement“, CPAC‑Formate und ähnliche Plattformen koordinieren Messaging, Kampagnen und Ressourcen zwischen USA, Europa und darüber hinaus.
– Lernlabor Demokratieabbau: Erfolgsmodelle (Orbán, Trump, Bolsonaro, PiS, AfD‑Strategien) werden ausgewertet und kopiert, etwa beim Umbau von Medienlandschaften oder Wahlrechtsänderungen.
– Metapolitische Langfriststrategie: Ziel ist nicht nur Wahlsiege, sondern eine dauerhafte Umformatierung des gesellschaftlichen „Normalen“ – also was sagbar, denkbar und politisch legitim erscheint.
Wer sind die Hauptakteure in diesen globalen rechten Netzwerken
In den globalen rechten Netzwerken lassen sich einige wiederkehrende „Knotenpunkte“ unterscheiden: bestimmte Staats‑ und Parteiführer, Ideologen/Organisatoren, Milliardäre/Financiers, Thinktanks/NGOs und Medien‑/Influencerfiguren.
## 1. Staats- und Parteiführer
– Donald Trump und sein enger Kreis (MAGA‑Bewegung, Teile der US‑Republikaner) fungieren seit 2016/2025 als zentrale Referenzfigur und Symbol eines erfolgreichen rechten Projekts in einer Großmacht.
– Viktor Orbán und die Fidesz‑Regierung in Ungarn werden in Studien als „Labor“ und Exporteur des Modells der „illiberalen Demokratie“ beschrieben; Budapest ist zu einem Treffpunkt der internationalen Rechten geworden (CPAC Hungary etc.).
– Weitere wiederkehrende Figuren: Giorgia Meloni (Italien), Marine Le Pen/Jordan Bardella (Frankreich), Führungsfiguren der PiS (Polen) und AfD (Deutschland) sowie rechtsradikale Parteien in Spanien, Skandinavien und Osteuropa, die auf denselben Konferenzen und Plattformen auftreten.
## 2. Strategen, Ideologen, religiöse Netzwerke
– Steve Bannon steht prototypisch für die Rolle des „Strategen“, der transatlantische Kampagnen, Messaging und Vernetzung (z.B. „The Movement“) vorantreibt und gleichzeitig als Medienfigur wirkt.
– Religiös‑fundamentalistische Netzwerke wie das „Political Network for Values“ (PNfV) verbinden konservativ‑katholische und evangelikale Akteure in Europa, USA und Lateinamerika; sie organisieren Gipfel in Parlamenten und bei der UNO und pushen antifeministische, anti‑LGBTQ‑Agenden.
– Nationale „Neue Rechte“ bilden ideologische Hubs: in Deutschland etwa Umfeld von Institut/Verlagen, die laut Verfassungsschutz eine „Kulturrevolution von rechts“ betreiben und mit rechtsextremen wie konservativen Milieus vernetzt sind.
## 3. Milliardäre, Tech- und Finanzeliten
– Peter Thiel gilt als Schlüsselfigur: Tech‑Milliardär, Großspender für Trump und andere Ultrarechte, Investor in Überwachungs‑ und Sicherheitsfirmen; er fungiert als wichtiger Knotenpunkt zwischen radikaler Rechter, Silicon‑Valley‑Kapital und Sicherheitsapparaten.
– Das Atlas‑Network bündelt hunderte neoliberale/libertäre Thinktanks weltweit, die an autoritär‑neoliberalen Projekten mitwirken (z.B. Pläne für Trumps „Machtübernahme 2025“, Unterstützung von Javier Milei in Argentinien).
– Studien nennen darüber hinaus konservative Milliardärsfamilien in USA und Europa (etwa im Umfeld evangelikaler oder katholisch‑fundamentalistischer Stiftungen), die Anti‑Gender‑, Anti‑Migration‑ und Anti‑Menschenrechtskampagnen finanzieren.
## 4. Thinktanks, Kampagnenplattformen und NGOs
– CPAC (Conservative Political Action Conference) und NatCon (National Conservatism Conference) werden als zentrale Event‑Formate beschrieben, auf denen US‑MAGA‑Kreise, europäische Rechtsparteien, religiöse Rechte und neoliberale Thinktanks zusammenkommen.
– Zahlreiche Thinktanks im Atlas‑Netzwerk beziehungsweise ähnliche Institutionen arbeiten an Strategien für Deregulierung, Sozialstaatsabbau und „Law‑and‑Order“-Politik und liefern rechtspopulistischen Regierungen Ideologie und konkrete Gesetzesvorschläge.
– Religiös‑konservative NGOs (z.B. im Umfeld des PNfV) betreiben Lobbying bei UNO, EU‑Institutionen und nationalen Parlamenten gegen reproduktive Rechte, Gleichstellungspolitik und Antidiskriminierung.
## 5. Medien, Plattformen und Influencer
– Rechte Medienökosysteme – von Fox‑ähnlichen TV‑Formaten über YouTube‑/Podcast‑Netzwerke bis zu Telegram‑Kanälen – fungieren als Verstärker und verbinden lokale Szenen mit globalen Narrativen („Great Reset“, „Großer Austausch“ etc.).
– Social‑Media‑Influencer und digitale Kampagnenmaschinen (auf X, TikTok, Instagram) werden gezielt eingesetzt, um Hass, Desinformation und Verschwörungsmythen zu streuen, oft orchestriert oder unterstützt durch Thinktanks und Parteien.
– Aus demokratietheoretischer Sicht bilden diese Medien‑ und Plattformakteure das „Rauschen“, in dem die Leitfiguren – Trump, Orbán, Meloni, Le Pen, Bannon, Thiel & Co. – ihre Projekte überhaupt erst als globale Bewegung inszenieren können.
(F-Stein verweist auf den Pädophilen Fall der ÖVP, deren Akten durch politisch unterwanderte Justiz vernichtet wurde)
Alle 5 Teile mit Share Link:
F-Stein T1: Die ÖVP und Ihre adeligen Spender
F-Stein T2: Die rechten Netzwerke der ÖVP
F-Stein T3: Globale Ziele der Rechtsnationalen
